Schnellerin Serie

Der Übergang von der Entwicklung in die Serienproduktion ist ein ebenso entscheidender wie kritischer Schritt für Arzneimittelhersteller. Beim Scale-up eines großen Pharmaproduzenten bahnten sich Betriebsunterbrechungen durch das Kleben eines Produkts an. Die passende Lösung brachte ein Ortstermin der Consultants von Fette Compacting bereits nach wenigen Tagen.

Die Entwicklung eines neuen Produktes beginnt üblicherweise auf einer separaten Entwicklungsmaschine. So erfolgte auch die Entwicklung einer neuen Tablette eines Arzneimittelherstellers zunächst auf der Tablettenpresse 102i von Fette Compacting. Dabei zeigte sich, dass nach rund 5.000 Tabletten das Produkt zu kleben begann. Der Produktionslauf musste regelmäßig für eine Reinigung unterbrochen werden. War diese Einschränkung während der Entwicklung noch vertretbar, hätte sie in der Serienproduktion zu deutlichen Zeitverlusten geführt und die Kosten zusätzlich erhöht.

Von 5.000 zu 500.000 Tabletten

Bei der anvisierten Zahl von 500.000 Tabletten pro Batch auf der Produktionsmaschine 2090i von Fette Compacting hätte diese Taktung rund 100 Reinigungsstopps bedeutet. Um das Problem zu lösen, kontaktierte der Kunde das Performance Consulting von Fette Compacting. Kai Schaumburg, OEE and Application Consultant, machte sich auf den Weg zur Produktionsanlage und nahm die Prozesse und Maschineneinstellungen unter die Lupe. Schnell erkannte er: Die Maschinenparameter waren einwandfrei, jedoch wurden die vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten der Tablettenpressen von Fette Compacting insbesondere bei den mechanischen Einstellungen nicht voll ausgenutzt. Als sich die Maschine – wie im Rahmen der Produktion üblich – nach etwa 5.000 Tabletten erwärmte, begann das Produkt zwischen Matrizenscheibenoberkante und Fill-O-Matic zu kleben.

Durch eine Neujustierung des Fill-O-Matic-Tischs und des Produktabstreifers ließ sich das Problem in kurzer Zeit beheben. Das Ergebnis: ein unterbrechungsfreier Betrieb für die komplette Charge von 500.000 Tabletten und deutlich weniger Produktverluste. „Wenn man uns frühzeitig zurate zieht, können wir viele Einstellungen schon auf der Entwicklungsmaschine anpassen. Sie lassen sich dann einfacher auf die Produktionsmaschine übertragen. Darin liegt ja auch ein Vorteil unserer Tablettenpressen: dass sie den Weg von der Entwicklung zur Produktion praktisch nahtlos gestalten“, so der Consultant Kai Schaumburg zum Verlauf des Projektes.

Das richtige Zusammenspiel zahlt sich aus

Die Herausforderungen, die beim Scale-up auftreten können, sind vielfältig: Tablettenbruch, mangelhafte Bindefähigkeit, Produktverluste oder hohe Staubentwicklung. „Wir helfen, die Probleme frühzeitig zu lösen, im besten Fall sogar bereits im Vorfeld zu vermeiden. Hier geht es dann um die geeignete Tablettenform, das richtige Werkzeug, die ideale Legierung oder um den passenden Maschinentyp“, so Britta von Selchow, Head of Training & Consulting bei Fette Compacting. Hierzu bietet Fette Compacting beispielsweise Pressversuche direkt beim Kunden, aber auch im Kundenzentrum in Schwarzenbek an. Damit ist auch sichergestellt, dass für die Validierung der neuen Tablette die richtigen Maschinenparameter und Einstellungen festgeschrieben werden.