
Herr Friedrich, die Pharmaindustrie verändert sich. Die Coronakrise hat viele dieser Entwicklungen beschleunigt. Was bedeutet das für Maschinenbauer wie Fette Compacting?
Friedrich: Corona stellt unsere Kunden und uns vor neuen Herausforderungen. Mehr denn je müssen die Hersteller die Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit Medikamenten sicherstellen und weiterhin die Effizienz ihrer Produktion optimieren. Relevant dabei ist die Leistung des kompletten Maschinenparks. Mit der F10i haben wir mit unseren Kunden eine smarte Maschine entwickelt, die sich schnell digital integrieren lässt, häufige Produktwechsel unterstützt und für einen sauberen Betrieb optimiert wurde.
Herr Gierds, welche Eigenschaften muss eine Tablettenpresse dafür besitzen?
Gierds: Eine große Rolle spielt die Vernetzbarkeit, also der Datenaustausch mit anderen Maschinen im Sinne von Pharma 4.0. Die F10i besitzt deshalb die technischen Voraussetzungen für modernste Produktionsumfelder, darunter ein per Plug-and-Play integriertes Prozess-Equipment. Die offenen Schnittstellen entsprechen den üblichen Standards der Industrieautomation. So lässt sich die Maschine problemlos in ein Manufacturing Execution System integrieren und an das Internet of Things anbinden.
Wie entscheidend ist die Bedienerfreundlichkeit einer Tablettenpresse?
Gierds: Je einfacher die Maschine zu bedienen ist, desto effizienter läuft die Produktion. Daher stellt die neue i Serie sicher, dass auch weniger erfahrene Bediener alle Parameter im Blick haben und Bedienfehler vermeiden können. Dabei hilft ein Human Machine Interface (HMI), das per Terminal eine intuitive Steuerung, Überwachung und Dokumentation von Maschine und Prozess-Equipment gestattet. Auf der Softwareebene führt ein Workflow Operation Wizard fehlerfrei durch Standardprozeduren.
Friedrich: Zusätzliche Hilfe bietet das SmartInterface. Durch dieses serverbasierte Anwendung können die Bediener ihre Produktionsprozesse in Echtzeit über mobile Endgeräte überwachen. So behält der Produktionsleiter ortsunabhängig die volle Kontrolle über die Fertigung und kann sein Personal vorausschauender einplanen. Gerade in Zeiten von Kontaktbeschränkungen durch Corona ein klarer Vorteil.
Abgesehen von den digitalen Möglichkeiten: Wie viel Effizienzpotenzial steckt im mechanischen Design der Maschine?
Gierds: Sehr viel. Wir haben darauf geachtet, dass die neue i Serie mit den Tablettenpressen der alten i Serie kompatibel ist. Beide verfügen über die gleichen produktberührenden Teile. Matrizen- und Segmentscheiben können ebenso wie Rotoren eins zu eins getauscht werden. Diese horizontale Integrierbarkeit senkt den Aufwand für Validierung, Qualifizierung und Ersatzteillagerung, was effektiv Kosten spart.
Gibt es weitere Trends, die Sie derzeit auf dem Markt beobachten?
Friedrich: Immer größere Bedeutung gewinnt der Bedienerschutz. Heute geht es nicht mehr nur darum, die Bediener vor toxischen Substanzen zu schützen. Der komplett staubfreie Arbeitsplatz wird zum neuen Standard. Deshalb sind die Tablettenpressen der neuen i Serie bereits in der Standardausführung konsequent staubdicht, vom Pressraum bis zu den Verbindungen zwischen Maschine und Prozess-Equipment. Für aktive oder hochaktive Substanzen kann man die Tablettenpresse zusätzlich mit dem genau passenden Containment-Paket aufrüsten.