
Herr Friedrich, was unterscheidet die neue F30i von der F10i?
Friedrich: Die F10i ist auf die Produktion kleinerer Batches ausgelegt. Die F30i ist ein Doppelrundläufer für große Volumina mit einem Maximaloutput von bis zu 1,6 Millionen Tabletten pro Stunde. Darüber hinaus ist sie auf die Produktion von Zweischichttabletten optimiert. Dafür verfügt sie über einen extrem schnellen Musterzug der ersten Schicht, durch den sich das Tablettengewicht präzise überwachen und regeln lässt, um den Produktverlust auf ein Minimum zu reduzieren.
Herr Gierds, welche Eigenschaften muss eine Tablettenpresse heute besitzen?
Gierds: Immer wichtiger wird der Bedienerschutz. Es geht nicht mehr nur darum, die Bediener vor aktiven und hochaktiven Substanzen zu schützen. Der komplett staubfreie Arbeitsplatz wird mehr und mehr zum Standard. Deshalb sind die Tablettenpressen der neuen i Serie schon in der Standardausführung konsequent staubdicht, vom Pressraum bis zu den Verbindungen zwischen Maschine und Prozess-Equipment. Für Produkte mit aktiven oder hochaktiven Wirkstoffen lässt sich die Maschine zudem mit einem passenden Containment-Paket ausstatten.
Welche Rolle spielt die Bedienerfreundlichkeit für die Effizienz einer Tablettenpresse?
Friedrich: Die Faustregel lautet, je leichter bedienbar die Maschine, desto effizienter die Produktion. Daher stellen alle Maschinen der neuen i Serie sicher, dass selbst weniger erfahrene Operator Bedienfehler vermeiden können. Dabei hilft das neu konzipierte Terminal, das die intuitive Bedienung von Maschine und peripherem Prozess-Equipment von einer zentralen Stelle aus erlaubt. Zusätzliche Unterstützung bietet unsere App SmartInterface, mit der sich Produktionsprozesse in Echtzeit über mobile Endgeräte überwachen lassen.
Wie digital muss eine Tablettenpresse sein, um für die Pharmaproduktion der Zukunft gerüstet zu sein?
Gierds: Vernetzbarkeit ist ein wesentlicher Faktor für Pharma 4.0. Daher besitzen F30i und F10i alle technischen Voraussetzungen für modernste Produktionsumfelder, darunter ein per Plug-and-play integriertes Prozess-Equipment. Die offenen Schnittstellen entsprechen den üblichen Automationsstandards und ermöglichen die problemlose Anbindung an ein Manufacturing Execution System und das Internet of Things.
Ist bei aller Digitalisierung überhaupt noch relevant, über welche mechanischen Komponenten die Maschine verfügt?
Friedrich: Auf jeden Fall. Im mechanischen Design steckt nach wie vor jede Menge Effizienzpotenzial. Zum Beispiel haben wir bei der F30i die Gesamtfläche der zu reinigenden Verkleidungsteile um 74 Prozent reduziert, was die Säuberungszeit verkürzt und somit Kosten spart. Darüber hinaus lassen sich durch rezeptspezifische und reproduzierbare Einstellungen der Hardware Produktverluste reduzieren und Ertragsverbesserungen erzielen. Zum Beispiel können alle pneumatischen Einstellungen der Maschine von einem zentralen Bedienfeld aus über Manometer eingestellt werden. Die Werte werden in der Software als Parameter gespeichert.
Gierds: Auch Details können wesentlich zur Effizienzsteigerung beitragen. Für einen noch stabileren Produktionsprozess wurde der obere Tablettenablauf der F30i verbessert. Er enthält nun einen speziell geformten Rohrstutzen, der die optimale Geometrie für den Tablettenfluss aufweist. Gleichzeitig sorgt ein verbesserter Produktabstreifer dafür, dass sich die Maschine mühelos auf unterschiedlichste Produkte einstellen lässt und auch mit schwierigen Tablettenformen kein Problem hat.