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Nutrition: Die Kante bewahrt

Die Tablettenpresse F10p im Einsatz bei Ahoj-Brause

Ahoj-Brause ist ein Name, der seit Generationen in deutschen Süßwarenregalen präsent ist. Hinter den vertrauten Produkten steckt eine Produktion, die technisch hohe Anforderungen stellt. Für die Herstellung rechteckiger Brausetabletten setzt Ahoj-Brause jetzt auf die F10p von Fette Compacting. Mit Segmenttechnologie und einer flacheren Ausstoßrampe gelingt das Zusammenspiel aus hohen Presskräften und bruchfreier Tablettenkante.

Bereits seit 1976 produziert Ahoj-Brause seine Traubenzucker-Lollis auf Tablettenpressen von Fette Compacting. „Die Maschinen laufen bis heute ohne größeren Wartungsaufwand. Alle Verschleißteile lassen sich einfach tauschen, und wir bekommen sogar noch immer Ersatzteile für unsere fast 50 Jahre alten Maschinen“, berichtet Winfried Wöhr, Technischer Service bei Ahoj-Brause.

Für Brausetabletten setzte das Unternehmen bislang auf Anlagen anderer Anbieter, die in die Jahre gekommen waren. Die Instandhaltungskosten stiegen, Ausfallzeiten häuften sich, Reparaturen erforderten Spezialwissen und die Ersatzteilhaltung verschlang Zeit und Geld. So fiel die Entscheidung, die Tablettenpressen schrittweise zu erneuern. Fette Compacting war die naheliegende Wahl. „Kurz nachdem unser Marketing-Team bei einem Meeting Ahoj-Brause-Bonbons verteilt hatte, kam amüsanterweise die Anfrage“, erinnert sich Tim Klingenhof, Area Sales Manager bei Fette Compacting.

Eine Form, die es in sich hat

Die Produktion der rechteckigen Brausetabletten ist eine technische Herausforderung. Damit sie nach dem Pressen unbeschadet in der Endverpackung ankommen, muss die Bruchfestigkeit zwischen 200 und 350 Newton liegen. Dafür sind Presskräfte zwischen 45 und 60 kN nötig.

Hinzu kommt: Beim Ausstoßen muss die Maschine die Tablette aufgrund ihrer Form zunächst nach oben schieben, bevor sie seitlich abgestreift werden kann. Wegen der rechteckigen Form brechen dabei leicht Kanten ab. Auf den alten Maschinen wurden die Stempel deshalb um 30 Grad gedreht, um den Aufprall beim Abstreifen zu verringern. Mit der F10p stellte sich die Frage: Ist diese Maßnahme wirklich nötig?

Segmente statt Matrizen

Eine zentrale Neuerung gegenüber den alten Anlagen war der Umstieg auf die Segmenttechnologie von Fette Compacting. Die Segmente ersetzen die herkömmlichen Matrizenscheiben des Rotors und die Matrizen selbst. Das verkürzt Rüst- und Reinigungszeiten und verringert Fehlerquellen bei der Montage. Eine Frage musste für die Umstellung besonders sorgfältig beantwortet werden: Wie ordnet man die rechteckigen Tabletten auf den Segmenten an?

„Zusammen mit unseren Tooling- und Prozessexperten haben wir entschieden, die Tabletten in Längsrichtung auf dem Segment anzuordnen. Das hat den Vorteil, dass sich das Segment bei Beschädigungen einfach um 180 Grad drehen lässt und damit länger nutzbar bleibt. Gleichzeitig bedeutete es aber auch, dass wir auf die bisherige 30-Grad-Drehung der Stempel verzichten“, erläutert Tim Klingenhof.

Moment der Wahrheit

Den entscheidenden Moment lieferte der Factory Acceptance Test (FAT), die Werksabnahme der Maschine vor Auslieferung. Die ersten Testläufe mit einem Placebopulver sorgten zunächst für Sorgenfalten: Die Tabletten ließen sich nicht zufriedenstellend abstreifen, die gewünschte Geschwindigkeit war nicht zu erreichen.

Beim Wechsel auf das Originalprodukt verbesserte sich das Ergebnis deutlich. Zusätzlich flachte das Team von Fette Compacting den Winkel der Ausstoßrampe, über welche die Tabletten nach dem Ausstoß aus der Maschine gleiten, kurzerhand ab. Statt eines harten Stoßes fand die Tablette nun einen sanften Weg nach draußen. Der Kantenbruch verschwand, die 30-Grad-Drehung der Stempel war Geschichte. Klingenhof erzählt: „Die Tabletten liefen wie an einer Schnur aus der Maschine, und wir konnten den gewünschten Output sogar übertreffen. Uns allen fiel ein Stein vom Herzen.“

Im Produktionsalltag bewährt

Die Inbetriebnahme bei Ahoj-Brause verlief reibungslos. Die F10p arbeitet seitdem störungsfrei. Selbst nach längeren Pausen müssen Parameter wie Härte oder Gewicht nicht neu justiert werden: Ein Knopfdruck genügt, und die Produktion läuft im stabilen Bereich weiter. Das vereinfacht die Bedienung deutlich und reduziert Ausschuss. 

Auch das Bedienkonzept der F10p mit Touchscreen und strukturierter Menüführung hat überzeugt: Mehrere Bedienerebenen sorgen dafür, dass das Personal nur die Parameter sieht und verändert, die für die jeweilige Aufgabe relevant sind. Das verringert Bedienfehler und vereinfacht die Fehlersuche. Ein weiteres Detail, das im Produktionsalltag Wirkung zeigt, sind die metalldetektierbaren Faltenbälge. Sie verhindern, dass Öl ins Produkt gelangt, und sie verlängern die Hauptnutzungszeit bis zur Reinigung auf mehr als das Doppelte.

Für Fette Compacting ist das Projekt zugleich eine Bestätigung: „Mit der p Serie haben wir ein aus mehreren Gründen attraktives Produkt für die Nutrition-Branche. Viele Kunden sehen uns als reinen Premium-Pharma-Maschinenhersteller und erwarten nicht, dass wir auch Maschinen in anderen Preissegmenten in hoher Qualität anbieten können“, sagt Klingenhof. 

Bei Ahoj-Brause schätzt man neben der Technik den ganzheitlichen Service – von der Beratung über Schulungen bis hin zu den Tablettierwerkzeugen. „Fette Compacting ist gezielt auf unsere Wünsche eingegangen und wollte keinen unnötigen Schnickschnack verkaufen. Die F10p ist eine hervorragende Maschine. Der Aufbau hat super geklappt und sie ist besonders wartungs- und reparaturfreundlich. Dass die Produktion seitdem störungsfrei läuft, spricht für sich“, lautet das Fazit von Winfried Wöhr.

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